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Montag, 09 April 2018 08:43

TSV Neckartailfingen I - TSV Deizisau I 1:2

Der TSVN ignorierte das Verlierenverbot und gab drei eminent wichtige Punkte an den TSV Deizisau ab. Dies hatte den erneuten Sturz auf den Relegationsplatz zur Folge und könnte sich angesichts vieler Probleme noch fataler auswirken.

In nächster Zeit hagelt es englische Wochen und ausgerechnet jetzt treten vermehrt Verletzungen auf, die langwierig sein könnten. Mit Benjamin Frimmels Ausfall für den Rest der Saison hat man sich ja schon abgefunden und auch der Auslandsaufenthalt von Luis Guillen wurde geschluckt. Sein Zwillingsbruder Pablo zog sich in Kuchen einen Muskelfaserriss zu und Abwehrchef Matthias Wilhelm musste in Oberensingen mit einer Oberschenkelblessur raus. Diesmal nun überstand Robin Plachy das Warmlaufen nicht, denn der vermutlich gezerrte Muskel könnte zu allem Übel gerissen sein. Und wenn einer kaum zu ersetzen ist, dann ist es der Torjäger. Nach einer halben Stunde war auch für Tim Müller Schluss. Eine eigroße Schwellung am Knie lässt nichts Gutes erahnen.

Doch auch der Gegner aus Deizisau war ohne seinen Torgaranten Alassane Braun und Spielmacher Egemen Altindil angereist und so kann man die Niederlage nicht nur an den eigenen Ausfällen fest machen. Nur zehn starke Minuten reichen halt nicht aus, um eine gewiefte Truppe, wie den TSVD schlagen zu können. Der, obwohl nach hinten sorgenlos und nach ganz vorne kaum mehr mit Ambitionen, wirkte gefährlicher, agierte durchdachter und war insgesamt einfach bissiger. Wenn man dann auch noch durch ein völlig vermeidbares Tor schon früh in Rückstand gerät (9.), wird die Sache nicht einfacher. Nach einem der vielen weiten Deizisauer Einwürfe flipperte die Kugel im Fünfmeterraum umher und schließlich gab ihr Rouven Kendel die entscheidende Richtungsänderung.

Die einzige klare Torchance im ersten Umlauf erspielten sich die Hausherren in der 18. Minute. Ein präziser Pass von Moritz Krasser erreichte den diesmal weit vorne spielenden Patrick Siegert, der selbst den Abschluss hätte suchen können. Er entschied sich für die Uneigennützigkeit und legte etwas ungenau auf Bastian Nagel quer. Dadurch musste der zunächst einen Abwehrspieler umkurven und seinen anschließenden Schlenzer lenkte Dennis Eiberle relativ problemlos zur Ecke. Danach hätten die Gäste von der Hinteren Halde den Sack leicht zumachen können. Ein Freistoß von Simon Ruoff wurde sichere Beute des fehlerlosen Marcel Finsterbusch (24.), ein Geschoss von Daniel Riela verfehlte knapp (34.) und auch Marius Ruoffs Versuch scheiterte (36.) als zunächst Kevin Plachy und Max Falter gegen Kevin Siekermann in höchster Gefahr abgeblockt hatten.

 

Kurz vor dem Pausenpfiff wählte Fatih Aktas mit seinem Pass bei einem Konter den falschen Adressaten, denn während Patrick Siegert auf rechts von drei Deizisauern umgeben war, hätte Manuel Schneider auf der anderen Seite freie Bahn gehabt. Nach Wiederbeginn waren es wieder die Gäste, die die erste Möglichkeit vergaben. Riela stand allein vor Finsterbusch und drosch über den Balken (47.). Danach folgte die eingangs erwähnte starke Phase des TSVN und die hatte auch was mit der Einwechslung von Denis Köhler, sowie des nun offensiver werdenden Sechsers Moritz Krasser zu tun. Eben Letzterer war es auch, der in der 54. Minute vor dem Ausgleich stand. Zunächst wurde der beste Mann im grünweissen Dress klar elfmeterreif zu Fall gebracht. Als der Pfiff des ansonsten guten Schiris Luca Seeh nicht erfolgte, rappelte sich Krasser auf und lenkte den Ball in Richtung Dreiangel. Dennis Eiberle hatte aber aufgepasst und wehrte reaktionsschnell ab.

Viel Pech hatte eine Minute später Lucas Böpple. Der nahm die aus dem Strafraum kommende Kugel volley und nagelte sie aus zwanzig Metern genau in den Lattenknick, wobei Eiberle auch noch seine Finger im Spiel hatte. In der 57. Minute führte der beste Neckartailfinger Angriff über Patrick Siegert und Denis Köhler zum Ausgleich. Die beiden spielten Moritz Krasser frei und der schloss eiskalt ab. War man nun mit dem Punkt zufrieden oder hatte der TSVN plötzlich Angst vor der eigenen Courage? Die Frage musste gestellt werden, weil der Druck nach vorne abrupt eingestellt wurde.

 

Die Folge war, dass die Elf von Thomas Gentner wieder spielbestimmend wurde und deren erneute Führung nur eine Frage der Zeit sein sollte. Vor allem die vielen Quer- und Rückpässe in der Abwehr waren nervig, da auf dem holprigen Boden einige Male selbst Gefahr herauf beschworen wurde. So entstand auch ein Freistoß an der Strafraumgrenze nach einem Foul von Kevin Plachy. Marcel Finsterbusch konnte da mit einer Glanzparade gegen Marius Ruoff noch den Einschlag verhindern (75.), fünf Minuten später aber nicht mehr. Erneute Tendeleien ermöglichten wieder Marius Ruoff den Ballgewinn und eine anschließende flache Hereingabe. Daniel Riela rutschte hinein und spitzelte zum 1:2 in die Maschen.

Damit war auch das Minimalziel Unentschieden erledigt, denn in den Schlussminuten fehlte einfach die Durchschlagskraft, um das Blatt nochmals wenden zu können. Da nützte auch der erstmalige Einsatz des Torjägers der Zweiten, Patrick Roth, nichts mehr. Der Sturz auf den Relegationsplatz könnte noch nicht das Ende des freien Falls gewesen sein, denn nun hat die Elf von Georgios Karatailidis die Mission Impossible in Geislingen vor sich und der kommende Meister wird sich nicht nochmals wie im Pokal vom TSV auf der Nase herum tanzen lassen. Und auch das darauf folgende Donnerstags-Match in Neidlingen ist an Unbequemlichkeit kaum zu überbieten. Matthias Wilhelm steigt zwar diese Woche wieder ins Lauftraining ein, ein zu früher Einsatz bei einer Muskelverletzung wäre jedoch kaum zu verantworten. Robin Plachy und Tim Müller fallen mit Sicherheit aus und das vermutlich nicht nur in den folgenden zwei Spielen. Es sieht jedenfalls jetzt sehr düster aus im Aileswasen, so düster, dass einem sogar das Pokalfinale wenig Vorfreude bereitet und eher ungelegen kommt.

 

TSVN: Finsterbusch, Aktas, Falter (46. Böpple), Schneider, Krasser, Glöckler, Siegert (71. Roth), Nagel, Wenzelburger, Schellander (51. Köhler), Müller (29. Kevin Plachy)

TSV Deizisau: Eiberle, Lohmüller, Mozer, Marius Ruoff (86. Unger), Maximilian Ganter, Kendel (78. Kan), Simon Ruoff, Lösche, Staas (90.+1 Joscha Ganter), Riela (88. Kaufmann), Siekermann

Schiedsrichter: Luca Seeh (Aalen)

Zuschauer: 160

Tore: 0:1 (9.) Kendel, 1:1 (57.) Krasser, 1:2 (80.) Riela

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