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Montag, 06 Mai 2019 07:30

VfL Kirchheim - TSVN I 5:1

Der starke Auftritt gegen Frickenhausen hatte den TSVN zuversichtlich nach Kirchheim reisen lassen, doch dann hatten die Grünweissen auf dem Kunstrasenfeld an der Jesinger Allee nicht den Hauch einer Chance...

Gegen die immer mehr einreißende Unart bei einigen Vereinen, trotz bester Bedingungen zum eigenen Vorteil auf Kunstrasen zu spielen, sollte bei nächster Gelegenheit dringend mobil gemacht werden. Der Stadionplatz war gemäht und gekreidet, die Tornetze aufgezogen, gekickt wurde allerdings auf Plastik. Das war jedoch nicht alles, was in Kirchheim störte. Der VfL gehört zu den wenigen Klubs in der Bezirksliga, die es nicht fertig bringen, ihren Gästen einen Spielberichtsbogen auszuhändigen. Zudem war der auch noch fehlerhaft, denn die Nr. 20 war dort gar nicht aufgeführt. Da der einstige Regionalligist in jüngster Vergangenheit wegen solcher Dinge schon zweimal Punkte abgezogen bekam, sollte man diese Sache doch mal überprüfen.

Gewonnen wurde die Partie von den Teckstädtern jedoch hoch verdient. Mit unbarmherzigem Pressing von Beginn an, ließ die Truppe um Michel Forzano dem TSV keine Zeit zum Atmen und es war nur eine Frage der Zeit, bis es hinter Florian Hipp erstmals einschlagen würde. Hipp stand für Marc Vogelmann im Tor, weil für den großen Rückhalt in dieser Saison diese vorzeitig beendet ist. Grund: Bei einem Jux-Elfmeterturnier könnte sich der Keeper eine Schultereckgelenksprengung zugezogen haben. Das ist die perverse Krönung der Verletzungsmisere in dieser Runde. Nebenbei fiel mit Max Sperl überraschend ein weiterer wichtiger Mann wegen Kniebeschwerden kurzfristig aus.

Es ging nicht viel an diesem Tag bei den Aileswasen-Kickern und Ben Brenken im VfL-Tor hätte nebenher Kaffee trinken können. Anders die zuletzt schwächelnden Kirchheimer, die überraschend in Rechberghausen und beim A-Ligist ASV Aichwald (Bezirkspokalhalbfinale) jeweils 0:1 unterlagen. Aber da war ja auch ihr Torjäger Samuel Bosler im Gegensatz zu diesem Nachmittag nicht mit dabei. Und Bosler gab den Dosenöffner für den VfL, denn in der 32. Minute köpfte er die 1:0-Führung aus sieben Metern. Wenn man so frei zum Kopfball kommt, kann dies selbst der kleinste Spieler ausnutzen. Nachdem der schwache, unter Beobachtung stehende, Schiedsrichter Künkele aus Bad Urach schon einiges übersehen hatte, ließ er auch ein eindeutiges Foul an dem aus dem Sechzehner den Ball führenden Noah Wagner weiter laufen, es kam zur Flanke und Meksud Colic drückte zum 2:0 ein (37.).

Weil's so einfach ging, legte Bosler zwei Minuten später gleich nach. Vom Sechzehner landete sein schwacher Roller im kurzen Eck. Es war der einzige Gegentreffer, bei dem Florian Hipp nicht glücklich aussah. Nur einmal gelangten die Gäste etwas bedrohlich vor Brenken's Gehäuse, doch Timo Bezirgianidis wurde gerade noch abgeblockt (40.). Auch die zweite Hälfte dominierte zunächst die Elf von Michel Forzano, doch dann kamen die Neckartäler etwas besser in die Partie. Luis Guillen führte einen Freistoß schnell aus und Timo Bezirgianidis traf ins Netz. Manko: Künkele hatte ein fragwürdiges Abseits gesehen (58.). Nochmals war es Maskenmann Bezirgianidis sechzig Sekunden später, der nach einer Ecke am langen Pfosten nicht einlochen konnte.

Der beste Spielzug, und davon gab es nur wenige, führte in der 64. Minute zum Neckartailfinger Anschlusstreffer. Nach einem Kirchheimer Eckball fuhren die Guillen/Bezirgiannids-Schützlinge einen astreinen Konter über Moritz Krasser, Yannick Schellander und Robin Plachy, den der Torjäger zu seinem 21. Saisontreffer abschloss. In dieser Phase roch es kurzfristig nach einer Wende, indes der Geruch hatte sich bald wieder verflüchtigt. Florian Hipp konnte in der 70. Minute gegen den vor ihm auftauchenden Colic stark retten, fünf Minuten später war er dann zum vierten Mal geschlagen. Auch der VfL hatte einen sehenswerten Gegenzug zelebriert und Dominik Cseri, der Mann mit der falschen Nummer auf dem Rücken, jagte die Kugel unter den Balken.

Nochmals Cseri in der 77. Minute war es, der die mustergültige Vorarbeit des besten Kirchheimers, Samuel Bosler, nur noch zum 5:1 einschieben brauchte.

Als die Ronaldo-Immitation, Meksud Colic, an Noah Wagner eine glatte Tätlichkeit beging, sah Sebastian Künkele wieder weg und stellte den schon vorher nicht gerade als Sympathieträger aufgefallenen Stürmer nicht vom Platz. Allerdings hätte eine rote Karte keinerlei Vorteile mehr für die Gäste gehabt, denn die einseitige Partie war da schon entschieden (85.). Nach dieser neuerlichen hohen Pleite auf einem Kunstrasenfeld schrumpfte der Vorsprung auf den momentanen Relegationsplatz auf vier Punkte und auch das vielleicht noch wichtige Torverhältnis wurde weiter ramponiert. Um ganz sicher zu gehen, müssen aus den fünf Begegnungen gegen die SGEH, Neuhausen, Dettingen, Nürtingen und Rechberghausen noch drei Siege eingefahren werden. Bleibt zu hoffen, dass in der heißen Schlussphase dieser Saison nicht noch der eine oder andere aus dem Bett fällt und sich dabei verletzt.

 

VfL Kirchheim: Brenken, Cseri (78. Siegel), Bosler, Helber, Forzano, Colic, Mader (69. Damanti), Mank, Schlauer (64. Liebl), Memic

TSVN: Hipp, Bayha (85. Stefan Wilhelm), Krasser (69. Schneider), Frimmel (66. Stumpe), Wagner, Glöckler, Luis Guillen, Robin Plachy, Timo Bezirgianidis (69. Nagel), Pablo Guillen, Schellander

Schiedsrichter: Sebastian Künkele (Bad Urach)

Zuschauer: 70

Tore: 1:0 (32.) Bosler, 2:0 (37.) Colic, 3:0 (39.) Bosler, 3:1 (64.) Plachy, 4:1 (75.) Nr. 20, 5:1 (77.) Nr. 20

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