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Mittwoch, 09 Oktober 2019 08:17

TSVN I - SpV 05 Nürtingen I 2:2

Wieder ist es passiert. Wieder schlug es kurz vor Schluss im TSV-Kasten ein und wieder kostete das zwei wertvolle Punkte. Ein rasantes Derby endete so mit einem insgesamt gerechten Remis...

Die SpV Nürtingen trat mit einer starken Startformation auf, ist aber in der Breite nicht ähnlich gut aufgestellt. Nur zwei Feldspieler saßen nämlich auf der Auswechselbank und in diese schienen die Verantwortlichen – Chef-Trainer Ignacie Didavi war nicht anwesend – wenig Vertrauen zu haben. Trotz fünf Verwarnungen und drohenden Platzverweisen sahen die Gäste nämlich von Einwechslungen ab. Doch auch beim TSV wird der Kader immer dünner, denn die Verletzungsmisere will einfach nicht enden. Diesmal erwischte es Noah Wagner mit einer Muskelverletzung schon früh und auch er wird wohl ein paar Spiele fehlen.

Das Herz des Aufsteigers bilden Kapitän Deniz Turan und Angreifer Nazifou Mamanzougou. Diese galt es vornehmlich aus dem Spiel zu nehmen und dafür hatte sich Trainer Alberto Guillen was einfallen lassen. Die drei Innenverteidiger Max Falter, Lars Glöckler und Matthias Wilhelm machten mit den beiden höher stehenden Außen Ben Twardygrosz und Noah Wagner (nach 21 Minuten Philipp Wenzelburger) einen souveränen Job und was durch kam erledigte der wieder überragende Marc Vogelmann.

Schon nach wenigen Sekunden deutete Mamanzougou an, was für ein Kaliber er ist. Er konnte im Strafraum gerade noch so gestört werden, dass sein Abschluss weit über das Gehäuse segelte. Der wieder äußerst agile Darius Stehling sorgte für erste Gefahr im SpV-Sechzehner als sein Schuss abgeblockt wurde. In der 16. Minute gingen die Grünhemden aber in Führung. Max Sperl's Pass zerschnitt die SpV-Deckung wie ein heißes Messer die Butter, Noah Wagner war auf Rechts nicht mehr einzufangen und aus spitzem Winkel setzte er die Kugel flach ins lange Eck. Der Freude folgte sofortige Ernüchterung, denn bei seinem Spurt zog sich der Verteidiger vermutlich eine Zerrung zu. Aus langer Verletzungspause kommend, musste nun Philipp Wenzelburger ran (21.) und machte seine Sache nicht schlecht.

Nach einer knappen halben Stunde wurde Moritz Krasser fast auf der Strafraumlinie von Fatih Citak um gesenst, wofür es die erste von fünf gelben Karten für die Gäste gab. Erstmals fielen hier eine Hand voll SpV-Fans mit ziemlich unsachlichen Rufen gegen den jungen Schiedsrichter Jonas Bührle auf, der sich aber nicht beirren ließ und die schwierige Begegnung sicher leitete. Auf dem Waldheim wäre man wohl in der langen Kreisligavergangenheit froh gewesen, einen solchen Schiedsrichter hin und wieder auf dem Feld haben zu können. Der Freistoß von Bastian Nagel zischte gefährlich Richtung kurzen Pfosten und der lange, erst 19jährige Keeper Marvin Hellmann musste sich mächtig strecken, um den Ball zur Ecke lenken zu können.

Drei Minuten danach stand Hellmann goldrichtig, um Darius Stehlings Kopfball am Einschlag zu hindern. Aber auch die Gäste vom Waldheim waren nicht untätig und so kreuzte der pfeilschnelle Jackson Mensah allein vor Marc Vogelmann auf (34.). Der noch 22jährige bewies da jedoch wieder seine enorme Stärke im Eins-gegen-Eins. Gefahr im Verzug auch in der 36. Minute. Lars Glöckler holte Nazifou Mamanzougou von den Beinen und aus 17 Metern schlenzte Deniz Turan den Freistoß hauchdünn vorbei. Innerhalb einer Minute stand dann Philipp Wenzelburger zweimal im Brennpunkt. Zunächst agierte er im eigenen Strafraum resolut und verhinderte eine Großchance für die Gäste und im Gegenzug tat er dies in der Offensive nicht energisch genug. Anstatt mit dem Konter von außen quer in Richtung Hellmann zu gehen, kam der Flankenversuch zu früh und die gute Gelegenheit versandete (39.).

Der zweite Durchgang hatte kaum begonnen, da musste Marc Vogelmann wieder allein in ein Duell gehen und auch Nazifou Mamanzougou zog den Kürzeren (48.). Auf dem nassen und tiefen Boden nahm das Derby nun immer mehr Fahrt auf. Marvin Hellmann konnte Moritz Krassers flaches Geschoss gerade noch mit dem Fuß um den Pfosten lenken (51.) und Matthias Wilhelms gefährlicher Kopfball landete auf dem Tordach (54.). 05-Torjäger Mamanzougou zeigte sich mehr und mehr genervt, weil es für ihn fast kein Durchkommen gab und so rutschte ihm völlig frei stehend ein Zuspiel über den Spann (56.). Der unermüdlich rackernde Deniz Turan zog in der 57. Minute ab und fand seinen Meister ebenfalls im prächtig haltenden Vogelmann. Es ging in dieser Phase rauf und runter und wäre Moritz Krassers langer Pass auf den durchgebrochenen Philipp Wenzelburger einen Tick genauer gekommen, hätte es womöglich 2:0 gestanden. So aber brachte der TSV-Verteidiger den Ball nicht mehr am heraus stürzenden Marvin Hellmann vorbei (58.). Genau eine Stunde war gespielt, als Darius Stehling die dickste Möglichkeit auf tat. Hellmann rutschte beim raus laufen aus und das Tor war leer. Mit dem letzten Kontakt prallte dem neuen Neckartailfinger Torjäger jedoch das Spielobjekt zu weit weg und Hellmann konnte doch noch klären. Die Partie wurde immer härter und das Geschrei der Nürtinger Fans auf der Tribüne noch unsachlicher. Selbst ein rüdes Foul von Duncan Cunion an Max Falter, war für sie nur Pipifax. In der 70. Minute verhalf eine mehr als unglückliche Szene dem Neuling zum Ausgleich. Lars Glöckler wollte im Fünfmeterraum klären und schoss dabei Matthias Wilhelm an. In hohem Bogen segelte der Ball über den verdutzten Marc Vogelmann zum 1:1 in die Maschen.

Doch vier Minuten später gingen die Hausherren erneut in Führung. Ousman Saine traf Ball und das Bein von Darius Stehling und Jonas Bührle zeigte sofort auf den Punkt. Nicht jeder hätte diesen Strafstoß gegeben, doch der junge Referee stand dicht daneben und bewertete die Situation zugunsten des TSVN. Der Gefoulte selbst nahm sich der Sache an und verwandelte mit etwas Glück. Diese Aktion war das Signal für die Hardcore-Fans vom Waldheim, den Schiedsrichter noch mehr und vor allem immer unsachlicher zu beschimpfen. Kompliment an den jungen Ulmer, dass er da die Ruhe bewahrte.

Aufatmen in den grünweissen Reihen, als Ümit Tekin's Schrägschuss nur den langen Pfosten streichelte (80.) und Mamanzougous Geschoss aus 18 Metern an den Querbalken klatschte. Doch der TSV wäre sich ja nicht treu geblieben, wenn er nicht wieder mal in der Endphase Punkte her gegeben hätte. Allerdings war der Gegentreffer zum 2:2 in der 86. Minute kaum zu verhindern. Jackson Mensah ging auf dem linken Flügel ab wie eine Rakete und zog eine flache und scharfe Flanke vors Tor. Duncan Cunion kam angerauscht und grätschte die Hereingabe mit Wucht in den Kasten. Obwohl Bastian Nagel (88.) und Nazifou Mamanzougou (90.) nochmals Gelegenheiten zu weiteren Treffern besaßen, blieb es beim alles in allem gerechten 2:2. Ärgerlich nur, dass wieder mal ein Vorsprung nicht ins Ziel gebracht werden konnte.

Am Donnerstag in Deizisau könnte der Personalnotstand neue Größenordnungen erreichen. Vielleicht kommt ein Einsatz von Luis Guillen noch zu früh und ob der untrainierte und beruflich eingespannte Jonas Bayha einspringt, steht ebenfalls in den Sternen. Schon gegen die SpV Nürtingen musste mit Christopher Wenzelburger ein gänzlicher Neuling ran und so wird der Auftritt beim Tabellendritten ein Ritt auf der Rasierklinge.

TSVN: Vogelmann, Falter, Krasser, Wagner (21. Philipp Wenzelburger), Glöckler, Matthias Wilhelm, Nagel, Stehling (85. Christopher Wenzelburger), Sperl, Schellander (78. Frimmel), Twardygrosz

SpV 05 Nürtingen: Hellmann, Feil, Sambou, Saine, Citak, Bojang, Mamanzougou, Turan, Mensah, Tekin, Cunion

Schiedsrichter: Jonas Bührle (Ulm)

Zuschauer: 250

Tore: 1:0 (16.) Wagner, 1:1 (70.) Glöckler/Wilhelm (Eigentor), 2:1 (74.) Stehling (Foulelfmeter), 2:2 (86.) Cunion

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