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Montag, 18 November 2019 08:17

FTSV Kuchen I - TSVN I 4:4

Ein doppelter Zweitorevorsprung reichte dem TSVN in Kuchen nicht aus, um alle Punkte mit in den Aileswasen zu nehmen...

„Muss man jetzt mit dem Punktgewinn zufrieden sein?“, beantworteten Trainer und Co-Trainer unisono wie aus der Pistole geschossen mit einem „auf gar keinen Fall“. Und das obwohl am Ende um ein Haar auch noch das als Minimalziel ausgegebene Unentschieden die Fils runter gegangen wäre. Es war in den ersten vierzig Minuten ein Spiel zum Vergessen. Die Gäste kamen mit dem wilden Pressing und der Aggressivität des FTSV Kuchen wieder mal gar nicht zurecht und das Geschehen auf dem Platz verlief zunächst so, wie in all den Jahren zuvor. Dazu kam der bislang schwächste Schiedsrichter in dieser Saison, der die mitgereisten TSV-Fans ein ums andere Mal bis aufs Blut ärgerte.

Das begann in der 12. Minute, als Luis Guillen am Strafraum beim Klärungsversuch zu Boden gebracht wurde, Alexander Kienbacher die Situation sofort nutzte und mit einem trockenen Schuss aus 16 Metern für das 1:0 sorgte.

Die Gäste sahen danach weiterhin kein Land und eine Tändelei zwischen Marc Vogelmann und Noah Wagner wäre durch einen Kopfball von Jonas Ebner fast bestraft worden (20.). Dagegen war der Neckartailfinger Keeper bei einer erneuten Aktion des aufgerückten Verteidigers Ebner zuverlässig auf dem Posten (35.). Die Neckartäler hatten bis zur 41. Minute den Strafraum der Hausherren nur aus ganz weiter Ferne gesehen, doch der erste Besuch dort war auch gleich erfolgreich. Darius Stehling hatte sich bis zur Grundlinie durch gesetzt und seinen Rückpass jagte Ben Twardygrosz aus zehn Metern flach ins lange Eck. Wiedermal ein klares Foul an Benjamin Frimmel wurde nicht gepfiffen und es gab stattdessen Ecke für den FTSV, die durch Marco Gebharts Kopfball beinahe die erneute Kuchener Führung bedeutete..

Danach ließen sich die Grünhemden ein zweites Mal im Strafraum von Christopher Nemeth blicken und führten plötzlich, man muss sagen, höchst glücklich 2:1. Wieder hatte Darius Stehling den startenden Twardygrosz in Stellung gebracht, der aber noch am ausgefahrenen Bein von Nemeth scheiterte. Der Ball rollte jedoch Luis Guillen vor die Füsse und der schlenzte über zwei Verteidiger hinweg aus zwanzig Metern herrlich ins entfernte Eck (45.). Für den seinem Körper Tribut zollen müssenden Benjamin Frimmel kam nach dem Seitenwechsel Pablo Guillen auf den Platz und es zeigte sich bald, wie sehr dessen Übersicht und Ballsicherheit bisher gefehlt hatte. Der TSV nahm immer mehr das Heft des Handelns in die Hand und in der 51. Minute konnte selbst der Stadionsprecher nicht anders, als von einem Supertor zu sprechen. Max Sperl hatte aus 28 Metern einen Strahl versandt, der den Balken touchiernd mit Urgewalt zum 1:3 einschlug. Der Fahrtwind des Geschosses hatte durchaus das Potential bei Christopher Nemeth einen Keuchhusten hervor zu rufen.

Davor (48.) und danach (54.) war Ben Twardygrosz zweimal gefoult worden, ohne dass ein Pfiff ertönte. Das zweite Vergehen im Strafraum reichte jedoch nicht aus, um einen Elfmeter verlangen zu können. Als Philipp Wenzelburger im Fallen auf Darius Stehling quer legte, konnte der gerade noch zu einem Eckball abgeblockt werden (57.). Die nun erspielte Überlegenheit verleitete die Mannschaft, weiterhin ins Risiko zu gehen und prompt lief sie in einen Konter. Der eminent schnelle Tom Vetter entwischte und konnte Marc Vogelmann mit etwas Glück überwinden (59.). In der 68. Minute durften die Gäste vom Neckar erstmals eine Entscheidung Röhrigs für sich verbuchen. Pablo Guillen trat an einem Kuchener Eckball vorbei und bekam dabei den Ball an die Hand. Man hätte sich nicht beklagen dürfen, wenn es da einen Elfmeter gegeben hätte.

Die Aufregung über diese Szene war jedoch schnell verflogen, denn zwei Zeigerumdrehungen später stand es 2:4. Pablo Guillen drang in den Strafraum ein, legte flach vor den Fünfmeterraum und Ben Twardygrosz setzte seinen zweiten Treffer. Der Käs schien gegessen, wenn da nicht wieder das alte TSV-Syndrom zu Tage getreten wäre, denn ein Zweitorevorsprung konnte wieder mal nicht ins Ziel gebracht werden. Zunächst nutzte Marco Gebhart eine Luftunsicherheit von Marc Vogelmann zum 3:4 (75.) und 120 Sekunden später war die nun äußerst aufregende Partie wieder ausgeglichen. Philipp Wenzelburger rettete zunächst mit dem Oberschenkel auf der Linie und verhinderte noch den Einschlag, die Kugel fiel allerdings Martin Notz vor die Füße, der aus zwei Metern den Ball ins Netz stocherte. Und wenn es ganz dumm gelaufen wäre, hätte es in der 81. Minute 5:4 gestanden. Wenzelburger war klar gefoult worden, wie so oft ertönte aus unerfindlichen Gründen kein Pfiff und Marc Vogelmann musste mit einer Wahnsinnsparade den abgefälschten Bogenball um den Pfosten drehen. Trotz dieser prächtigen Tat, war es nicht unbedingt das Spiel von „Birdy“, dennoch reichte seine Form aus, in Kuchen wenigstens einen Punkt zu retten. Die spektakuläre Auseinandersetzung, die durch die schwierigen Platzverhältnisse von vielen Fehlern auf beiden Seiten gekennzeichnet war, hatte aber noch fünf aufregende Nachspielminuten zu bieten. Einen Freistoß von Max Sperl konnte Christopher Nemeth erst im Nachfassen abtöten und wenig später sah der Schiedsrichter Martin Notz im Abseits – zumindest strittig und ohne Linienrichter, sowie Keller-Assi schwer zu entscheiden. Notz wäre jedenfalls durch gewesen. Zuguterletzt hätte der TSV mit einem Konter den Lucky Punch setzen können. Noah Wagner ging trotz gezerrter Leiste auf Linksaußen nochmals auf und davon, schloss den schnellen Gegenzug aber nicht entschlossen genug ab (90.+5), wohl auch, weil der mächtige Spurt die letzten Körner gekostet hatte.

4:4 – ein Ergebnis, das am Ende zwar gerecht war, die Gäste dennoch enttäuscht nach Hause fahren ließ. Es war ein Wellental der Gefühle, das da im Ankenstadion geboten wurde. Anfangs musste man um den TSV schwarz sehen, denn bis zum 1:1 ging gar nichts. Dann bekamen die Guillen-Schützlinge das Geschehen immer besser in den Griff, um schließlich doch wieder in altbekannte Muster zurück zu fallen und so letztendlich mit dem einen Zähler sogar zufrieden sein zu müssen. Der Abstand von sieben Punkten zum direkten Abstiegsplatz konnte gehalten werden und weil auch Hintermann FV Faurndau nicht über ein Remis hinaus kam, blieb der Bezirksliga-Dino vom Relegationsplatz verschont.

  FTSV Kuchen: Nemeth, Ebner, Brosig, Blum, Kienbacher, Gebhart, Vetter (89. Lallemand), Notz, Holz (62. Schaffer), Schmiedel, Friedrich

TSVN: Vogelmann, Frimmel (46. Pablo Guillen), Wagner, Luis Guillen, Matthias Wilhelm, Stehling, Sperl, Wenzelburger, Schellander (73. Schöner), Twardygrosz

Schiedsrichter: Johannes Röhrig (Weinstadt)

Zuschauer: 50

Tore: 1:0 (12.) Kienbacher, 1:1 (41.) Twardygrosz, 1:2 (45.) Luis Guillen, 1:3 (51.) Sperl, 2:3 (59. Vetter), 2:4 (70.) Twardygrosz, 3:4 (75.) Gebhart, 4:4 (77.) Notz

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