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Montag, 09 März 2020 08:50

TV Nellingen I - TSVN I 4:2

Trotz einer phasenweise ordentlichen Vorstellung setzte es für den TSVN in Nellingen die mittlerweile dort obligatorische Niederlage, womit die Sorgen im Aileswasen immer größer werden...

„The same procedure as every year“ heißt es nun seit vier Jahren, wenn die Elf aus dem Aileswasen auf dem verfluchten Kunstrasenfeld an der Akademie antreten muss. Dabei stellte der Gast die eigentlich individuell bessere Mannschaft. Doch einer machte den Unterschied: Florian Dölker. Der Vierfachtorschütze nutzte die einfach zu vielen Patzer rigoros aus und war damit alleine für den insgesamt verdienten TVN-Sieg verantwortlich.

Es ist rätselhaft, wie und warum sich die Truppe von Alberto Guillen und Moritz Krasser in Ostfildern immer wieder nach dem gleichen Schema aufs Eis führen lässt. Jedes Mal beginnen die Hausherren dort mit viel Aggressivität und bestrafen regelmäßig die anfängliche Schläfrigkeit der Grünhemden. So in der 8. Minute. In der Hälfte der Gastgeber gerät ein Pressschlag von Pablo Guillen zur Vorlage für Florian Dölker, der plötzlich mutterseelenallein auf Marc Vogelmann zusteuern kann und die Chance eiskalt zum 1:0 nutzt. Fünf Minuten später darf Sven Feliks von rechts ungehindert flanken, wieder steht Dölker richtig und drückt die Hereingabe aus fünf Metern per Kopf unter den Balken.

Doch diesmal kam der TSVN schnell zum Anschlusstreffer und leitete damit seine beste Phase in dieser Partie ein. Robin Plachy gewann an der Seitenlinie energisch einen Zweikampf und beendete sein sehenswertes Solo mit dem Anschlusstreffer (17.). Sekunden zuvor war Maurice Grözinger nach Plachy-Pass an den Beinen von Keeper Esselmann gescheitert. Wohl musste sich Marc Vogelmann in der 21. Minute einer gewaltigen Bogenlampe von Sven Feliks aus dreißig Metern erwehren, die folgenden Minuten gehörten jedoch eindeutig den Grünhemden. Bei einem Freistoß von Manuel Schneider kam Frederic Esselmann dessen Körperlänge zu gute (27.) und dann stoppte Schiedsrichter Daniel Rentschler mit seinem völlig falschen Abseitspfiff Maurice Grözinger auf dem Weg zum 2:2 (29.).

Der Gast arbeitete nun mit Vehemenz am Ausgleich, wobei sich vor allem Grözinger hervor tat. In der 34. Minute zog er vom Sechzehner flach ab und die Kugel wäre mit Sicherheit eingeschlagen, wenn da nicht Julian Schröder seinen Schlappen dazwischen gebracht hätte. Vier Minuten danach hatte Esselmann Glück, dass ihm ein erneuter Grözinger-Hammer nicht über die Fäuste in die Maschen rauschte. Der Ausgleich lag in der Luft, aber wieder führte ein individueller Fauxpas zu einem unnötigen Gegentreffer. Eine eigene Ecke landete beim letzten TSV-Mann an der Mittellinie und Manuel Schneider brauchte zu lange, um den Ball zu verarbeiten. Dölker ging dazwischen und mit dem stibiezten Leder auf und davon. Zum dritten Mal ließ der Nellinger Marc Vogelmann keine Abwehrmöglichkeit (39.).

Selten kam ein Halbzeitpfiff so ungelegen und nicht nachvollziehbar, wie der von Daniel Rentschler in der 46. Minute. Robin Plachys aussichtsreiche Position im Strafraum wurde vom Schiri nämlich abrupt beendet. Nach 52 Minuten folgte die nächste Nachlässigkeit, diesmal von Matthias Wilhelm. Der Abwehrchef ließ sich von Nico Riccio wegdrücken, dessen Querpass erreichte im ansonsten völlig menschenleeren Raum den an spurtenden Dölker und der machte seinen Viererpack perfekt. Das 4:1 schien natürlich die Entscheidung zu sein, doch die Mannschaft wehrte sich und wäre durch Max Sperls Kopfball beinahe schnell wieder heran gekommen (59.). Die Kugel tanzte allerdings nur auf der Linie herum und konnte dann geklärt werden.

Mit dem eingewechselten Darius Stehling war nochmals frischer Wind ein gekehrt und in der 75. Minute gelang dem Ex-Frickenhäuser auch prompt der Anschlusstreffer. Jetzt gingen die Gäste natürlich volles Risiko und hatten dabei Glück, dass nicht weitere Gegentore folgten. Zweimal parierte Marc Vogelmann (81./84.) großartig und ein Seehas-Kracher prallte vom Innenpfosten zurück (89.). Sven Feliks nahm sich den Nachschuss, denn wiederum Manuel Schneider schmerzhaft abblocken konnte. Luis Guillen war es schließlich, der nochmals einen Kopfball von Riccio auf der Linie klären musste. Die letzte Möglichkeit gehörte wieder den Aileswasen-Kickern, als Darius Stehling eine flache Plachy-Hereingabe aus bester Position nicht richtig traf.

Der TSV Neckartailfingen gerät nach dieser neuerlichen Niederlage immer mehr unter Druck. Sieben Zähler hatte man aus den ersten drei Spielen gegen Faurndau, Weilheim und Nellingen in der Vorrunde eingefahren, jetzt steht diesbezüglich die Null. Der erste direkte Abstiegsplatz ist nur noch drei Punkte entfernt und so ist ein Dreier am kommenden Sonntag gegen den TV Neidlingen unerlässlich. Freilich ist die Qualität des Bezirksliga-Dinos höher, als sie der drittletzte Platz hergibt. Ein Manko sind weiterhin die zu vielen Gegentore und mit den Ausfällen Krasser, Glöckler, Bayha, Schöner und Stefan Wilhelm muss man einfach leben, da nur bei beiden Letzteren eine Rückkehr noch in dieser Saison möglich erscheint. Auf den TSV Neckartailfingen wartet jedenfalls ein noch ganz steiniger Weg, soll die 17. nicht zugleich auch die letzte Bezirksligasaison sein.

TV Nellingen: Esselmann, Schröder, Miller, Tellioglu, Helaimia, Reitzle (92. Limberger), Dölker (68. Seehas), Riccio (90. Koc), Kalender, Dieter, Feliks

TSVN: Vogelmann, Schneider, Wagner (85. Wenzelburger), Luis Guillen, Matthias Wilhelm, Robin Plachy, Sperl, Pablo Guillen, Grözinger, Schellander (46. Stehling), Twardygrosz

Schiedsrichter: Daniel Rentschler (Bad Liebenzell)

Zuschauer: 110

Tore: 1:0 (8.) Dölker, 2:0 (14.) Dölker, 2:1 (17.) Plachy, 3:1 (39.) Dölker, 4:1 (52.) Dölker, 4:2 (75. Stehling)

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