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Sonntag, 26 Juli 2020 09:10

Bezirkspokal/Viertelfinale

TSV Neckartailfingen - VfL Kirchheim 2:1

Das als Trainingsspiel mit Wettkampfcharakter angedachte Bezirkspokal-Viertelfinale gegen den VfL Kirchheim geriet zum Thriller und der TSV schaffte in der Nachspielzeit die Überraschung...

Das Kontingent von 250 zugelassenen Personen im Aileswasenstadion war ausgeschöpft (185 Zahlende), doch um diese Erweiterung der Zuschauerzahl genehmigt zu bekommen, musste ein Aufwand betrieben werden, der künftig so nicht mehr durchgeführt werden kann. So wird es am Mittwoch beim Halbfinale im Aileswasen bei nur 100 Fans bleiben müssen. Um im Stadion spielen zu können, wird versucht, die Anstoßzeit auf 19 Uhr vorzuverlegen. Auf dem weitläufigen Trainingsgelände kann die Besucherzahl nämlich nur schwer kontrolliert werden.

 

Der Favorit von der Teck schien seiner Rolle gerecht zu werden und die Elf von Oliver Klinger beherrschte die Szenerie in den ersten zwanzig Minuten eindeutig. Nach erst drei Trainingseinheiten war Alberto Guillens Truppe noch etwas unsortiert und so deutete eine knapp verpasste Ecke in der 3. Minute die frühe Führung des VfL bereits sechzig Sekunden später an. Luis Guillen und Bastian Nagel rannten sich an der Seitenlinie gegenseitig über den Haufen, wodurch die Gäste plötzlich eine Menge Platz vorfanden. Meksud Colic nutzte diesen eiskalt zum 0:1.

 

Es brannte weiterhin des öfteren im Hausherren-Strafraum lichterloh, doch vor allem die beiden Innenverteidiger Matthias Wilhelm und der wieder aus Spanien zurück gekehrte Lars Glöckler, sowie Noah Wagner konnten schlussendlich immer wieder ein Bein dazwischen bringen. Nach 21 Minuten sendete der TSV das erste richtige Lebenszeichen durch Robin Plachy. Er setzte sich energisch gegen Haris Grahic durch und stand vor Torhüter Nico Nagel. Der Flachschuss aufs lange Eck zischte jedoch am Pfosten vorbei.

 

Drei Zeigerumdrehungen später war es Maurice Grözinger, der von rechts für Gefahr sorgte, sein finaler Querpass konnte aber abgefangen werden. Der wieder genesene Moritz Krasser brachte in der 33. Minute Robin Plachy in beste Position, doch der heraus stürzende VfL-Keeper rettete per Fußabwehr. Mehr und mehr ließen die Gastgeber den schwachen Auftakt vergessen und zeigten sich in Person von Maurice Grözinger erneut im Gästesechzehner. Es kam jedoch nur ein Eckball dabei heraus (34.) und wenig später sah Schiedsrichter Lukas Wolf Robin Plachy sehr fraglich im Abseits (35.). In der Nachspielzeit lief Noah Wagner einen Kirchheimer Angriff souverän ab und legte sofort den Vorwärtsgang ein. Über Mo Krasser gelangte der Ball wiederum in den Lauf des TSV-Torjägers, der abermals an den Beinen Nagels scheiterte.

 

Nach dem Seitenwechsel fiel der schnelle Ausgleich. Endlich gelang Pablo Guillen ein Freistoß aus dem Halbfeld, wie es sein muss. Auf den langen Pfosten gedreht touchierte der einlaufende Max Sperl das Flugobjekt leicht mit den Haaren und die Kugel landete im hinteren Eck. Doch der Schock folgte und die neue Serie scheint so weiter zu laufen, wie die alte endete. Der Torschütze kam im Mittelfeld zu Fall und Marcel Helber stürzte auf das Knie von Max Sperl, der vom Platz getragen werden musste. Diagnose: Vermutlich kein Kreuzbandriss, aber eine Bänderverletzung, die eine Pause für den wichtigen Mittelfeldmann bedeuten wird.

 

Die Partie wurde in der letzten halben Stunde offen geführt und war angesichts des langen Nichtstuns unterhaltsam und gutklassig. Marc Vogelmann durfte in der 64. Minute erstmals so richtig ran und zeigte bei Melvin Alavac's Kracher seine Klasse. Ein Plachy-Treffer wurde in der 72. Minute wegen Abseits nicht anerkannt, wobei die Entscheidung wiederum Fragen offen ließ. Ammar Memic fand gleichfalls seinen Meister in Marc Vogelmann (77.) und Colic nagelte einen Freistoß an den Außenpfosten (79.). Die einzige rüde Attacke in der fair und anständig geführten Auseinandersetzung kam von Felix Hummel in der 89. Minute, dem nichts anderes übrig blieb, als den davoneilenden Plachy nieder zu ringen.

 

In der 90. Minute war es nochmals der ganz starke Marc Vogelmann, der seine Mannschaft im Rennen hielt. Mit einer spektakulären Doppelparade legte er den Grundstein fürs Weiterkommen. Dieses zu realisieren versäumte zunächst Noah Wagner, der nach einem feinen Pass von Pablo Guillen allein auf Nico Nagel zu lief und der zum dritten Mal mit dem „Fahrgestell“ klären konnte. Das Elfmeterstechen drohte, doch Robin Plachy verhinderte den Nervenkitzel. Schon auf den Felgen daher kommend, steckte er seine ganze Energie in ein letztes Solo und krönte seinen sehenswerten Alleingang mit dem Siegtreffer zum 2:1.

 

Damit stehen die Grünhemden im Halbfinale des Bezirkspokals und empfangen am Mittwoch um 19.00 oder 19.30 Uhr den TSV Deizisau. Der Neu-Landesligist hat in Donzdorf beängstigend hoch mit 8:0 gewonnen und wird als klarer Favorit anreisen.

 

TSVN: Vogelmann, Sperl (56. Grech), Krasser (63. Schneller), Pablo Guillen Wagner, Glöckler, Luis Guillen, Matthias Wilhelm, Nagel (51. Schellander), Robin Plachy, Grözinger (87. Wenzelburger)

VfL Kirchheim: Nagel, Grahic, Memic, Cseri (78. Maier), Alavac (83. Dürr), Dennis Flegel, Schmidt (46. Mank), Helber, Colic, Hummel, Fischer (46. Mandir)

Schiedsrichter: Lukas Wolf (Deizisau)

Zuschauer: 250

Tore: 0:1 (4.) Colic, 1:1 (48.) Pablo Guillen/Sperl, 2:1 (90.+5) Plachy

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