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Montag, 16 September 2019 08:25

TSVN I - 1. FC Donzdorf I 3:3

Spektakuläre Matches sind gegen den FC Donzdorf im Aileswasen anscheinend die Normalität. Was sich ab der 84. Minute dort abspielte war der helle Wahnsinn und nichts für Herzkranke...

Wieder, wie schon in Neidlingen, zahlte die junge Mannschaft von Alberto Guillen Lehrgeld, denn diesmal lag sie drei Mal in Führung, stand am Ende aber dennoch mit einer Zweidrittelniederlage da. Moritz Krasser (29) und Matthias Wilhelm (30) hießen die „Methusaleme“ im grünen Ensemble, alle Anderen der Startformation waren maximal 23 Jahre alt. Deshalb muss das, was am Ende einer höchst turbulenten Partie ablief einfach in Kauf genommen werden. „Wir hatten vier kopfballstarke Innenverteidiger auf dem Platz, um den Vorsprung ins Ziel zu bringen und kriegen zwei Eckbälle nicht geklärt“, ärgerte sich der TSV-Coach über die Gegentore in der 88. und 96. Minute.

Der neutrale Zuschauer hatte seine helle Freude an dem, was da im Stadion am Neckar ablief. Der TSV-Anhang dagegen zeigte sich zwar auch angetan, doch Probleme mit dem Blutdruck durfte an diesem Tag keiner haben. Von Anfang an gaben beide Teams trotz der zurück gekehrten Hitze Vollgas und Timo Leicht donnerte in der 6. Minute einen Freistoß in die Mauer. Wenig später schickte Yannick Schellander den flinken Maurice Grözinger die Linie hinunter. Der sehr agile 20jährige jagte den Ball aus spitzem Winkel über die Dreiangel (9.). Die erstmalige Führung gelang in der 13. Minute dem immer besser in Fahrt kommenden Darius Stehling. Über Moritz Krasser und Ben Twardygrosz gelangte der neue Sturmführer in gute Position und fackelte aus zwölf Metern nicht lange.

Stehling revanchierte sich für die Vorarbeit neunzig Sekunden später bei Twardygrosz, doch dessen Versuch wurde gerade noch abgeblockt. Florian Bauer und Torhüter Max Rien verhinderten danach gegen „Mo“ Krasser im Duett das 2:0. Die Hausherren verdienten sich die Führung immer mehr, hätten aber um ein Haar in der 28. Minute den Ausgleich kassiert. Matthias Wilhelm brachte im letzten Moment den Scheitel vor dem parat stehenden Benjamin Klement dran. Nach etwas mehr als einer halben Stunde hieß es trotzdem 1:1. Zunächst hatte Mounbinou Saliou abgezogen und der wieder fehlerlose Marc Vogelmann abgewehrt. Den Abpraller jagte Nico Kolb nochmals in Richtung TSV-Gehäuse, wo Noah Wagner vor, auf oder hinter der Linie das Geschoss weg schlug. Der insgesamt gute Schiri Marc Rother sah den Ball hinter dem Kreidestrich, obwohl er beileibe nicht günstig stand.

Dadurch bekamen die Gäste aus dem Lautertal etwas Oberwasser und „Birdy“ Vogelmann musste gegen Kolb klasse retten, im zweiten Versuch scheiterte der Donzdorfer an Abwehrchef Wilhelm, bevor Niklas Eisele im dritten Nachsetzen das Leder einen Meter über den Balken drosch. Glück für die Gastgeber dann in der 43. Minute, denn da pfiff Marc Rother einen FC-Treffer wegen Abseits zurück. Mit dem Pausenpfiff wurde es nochmals brenzlig, weil Max Sperl ins Dribbling ging, die Kugel verlor und sich Lars Glöckler plötzlich vier roten Angreifern gegenüber sah. Dass der Innenverteidiger unverzichtbar ist zeigte er in dieser Szene und blieb gegen die Übermacht Sieger.

Der zweite Umlauf begann mit zwei ganz dicken Chancen für die Gastgeber. Zunächst überlistete Marc Heinzmann seinen Torhüter mit einem verunglückten Rückpass, doch der hinterher hetzende Max Rien konnte mit letzter Kraft den Ball um den Pfosten lenken (48.). In der gleichen Spielminute kreuzte Moritz Krasser alleine vor Rien auf, umkurvte ihn und kam dabei zu weit vom rechten Weg ab. Dann ein Nackenschlag für den TSV. Luis Guillen verfolgte den pfeilschnellen Saliou und blieb bei seinem Tackling im Rasen hängen. Die Folge war eine ziemlich heftige Muskelverletzung, die eine längere Pause nach sich ziehen könnte (51.). Einem gefährlichen Kopfball von Benjamin Klement (55.) folgte in der 69. Minute eine heikle Szene. Matthias Wilhelm attackierte Patrick Gaugel, der hob ab und sah Gelb wegen einer Schwalbe.

Die Begegnung wurde nun immer schneller und spannender. Benjamin Klement legte auf Saliou zurück, doch dessen Direktabnahme zischte drüber (71.). Nach 78 Minute schickte Krasser den eingewechselten Manuel Schneider auf die Reise und der zog vielleicht ein paar Schritte zu früh ab. Dazu rutschte ihm auch noch das Spielgerät über den Spann und segelte weit am FCD-Gehäuse vorbei. In der 83. Minute rauften sich alle Einheimischen die Haare. Mit einem Krasser-Pass ging Noah Wagner in Richtung Grundlinie, flankte präzise vors Tor und der heran fliegende Darius Stehling köpfte übers leere Tor. Eine Zeigerumdrehung später folgte doch die zweite TSV-Führung. Max Sperls weiter Diagonalpass erreichte Maurice Grözinger, der fasste sich ein Herz und überwand mit einem satten Schrägschuss Maximilian Rien zum 2:1.

Inklusive Torhüter Rien rannten die Gäste nun vehement an und tatsächlich rammte der lange Innenverteidiger Heinzmann eine Ecke von Timo Leicht unhaltbar ins hintere Eck (88.). Der Wahnsinn nahm jedoch kein Ende und in der Schlussminute der regulären Spielzeit hatte Darius Stehling seinen großen Auftritt. Er behauptete einen eigentlich schon verlorenen Ball, narrte gleich vier Verfolger und ließ auch Max Rien keine Chance. Unbeschreiblicher Jubel herrschte nun, zumal die dritte Führung nun endlich für den Dreier reichen müsste, dachten alle. Aber weit gefehlt. Marc Rother zeigte fünf Minuten Nachspielzeit an und die waren eigentlich abgelaufen, als die weiter wild kämpfenden Donzdorfer für ihren Willen abermals belohnt wurden. Nach einem erneuten Eckball folgte im TSV-Strafraum ein Tohuwabohu ersten Ranges und keiner brachte es fertig, die Kugel aus der Gefahrenzone zu befördern. Der eingewechselte Marco D'Onofrio bereitete dem Treiben ein Ende und jagte den Ball durch „tausend“ Beine hindurch aus 14 Metern in die Maschen.

Obwohl sich der FC Donzdorf diesen Punkt verdient hatte, war es eine gefühlte Niederlage für den TSV Neckartailfingen, die nun zuerst einmal verdaut werden muss. Zu allem Überfluss spannt sich die Personalsituation wieder an. Dass das Trainerduo Guillen/Krasser mit dem nun trainingsbereiten Maurice Grözinger auf einen weiteren gefährlichen Angreifer zurück greifen kann, ist eine der positiven Aussichten. Und schließlich nimmt man trotz doch vieler zwischen die Beine geworfener Prügel derzeit einen immer noch hervorragenden 5. Platz ein. Nach der englischen Wochen hätten durchaus drei Punkte mehr auf dem Konto stehen können, ja müssen, und das ist das etwas Ärgerliche.

TSVN: Vogelmann, Krasser (95. Stefan Wilhelm), Wagner, Glöckler, Luis Guillen (56. Schöner), Matthias Wilhelm, Stehling (90.+4 Falter), Sperl, Grözinger, Schellander, Twardygrosz (67. Schneider)

FC Donzdorf: Rien, Bauer, Andres (29. Mroz), Gaugel (74. Vetter), Klement, Leicht, Eisele (84. Moro), Schmid, Saliou (80. D'Onofrio) Heinzmann, Kolb

Schiedsrichter: Marc Rother (Rudersberg)

Zuschauer: 150

Tore: 1:0 (13.) Stehling, 1:1 (31.) Kolb, 2:1 (84.) Grözinger, 2:2 (88.) Heinzmann, 3:2 (90.) Stehling, 3:3 (90.+6) D'Onofrio

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