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Montag, 30 September 2019 08:47

TSVN I - VfL Kirchheim 0:1

Eine Heimniederlage, es war die erste in dieser Saison, tut immer weh, doch jene gegen den VfL Kirchheim muss einfach abgehakt werden, denn der Dreier für den Favoriten war verdient...

Wenn man sich über etwas ärgern kann, dann waren es die frühen schweren Verletzungen von Samuel Schöner und Maurice Grözinger, die lange Pausen nach sich ziehen könnten. Nicht immer zufrieden war man im Lager der Grünweissen mit der Spielleitung von Schiedsrichter Max Hohmann aus Ditzingen. Er ließ dem VfL oft viel zu viel durchgehen, wogegen die Karten gegen den TSVN ziemlich locker saßen.

Zu solch wenig Torchancen wie in diesem Spitzenspiel war die Elf um Co-Trainer Moritz Krasser noch selten gekommen. Die robuste Viererkette der Teckstädter um Nick Strohmaier stand wie eine Eins und so durfte Torhüter Ben Brenken einen vergleichsweise ruhigen Nachmittag verbringen. Eben der aus Ebersbach gekommene Strohmaier verhinderte es in der 6. Minute, dass aus einer Halbchance für Darius Stehling nur ein Eckball heraus sprang. Drei Minuten später begann die Malaise für die Hausherren. Matthias Wilhelm hatte gegen Dominik Cseri gerade noch zur Ecke klären können und in deren Anschluss wagte sich der einen Kopf kleinere Samuel Schöner in den Luftkampf gegen Nick Strohmaier. Folge: Wegen einer Lungenquetschung musste der Notzarzt gerufen werden. Zum Glück war der Verteidiger nach der Rückkehr aus dem Krankenhaus wieder einigermaßen auf dem Damm.

Nach einer Viertelstunde dann die ersten beiden großen Auftritte von Torhüter Marc Vogelmann. Michel Forzano (15.) und Sascha Flegel (16.) scheiterten am Meister des Eins-gegen-Eins. Auf der anderen Seite musste Ben Brenken weit vor seinem Sechzehner klären und Manuel Schneider versuchte es aus vierzig Metern direkt aus der Luft. Der Nachschuss verfehlte jedoch das leere Gehäuse (27.). Zur Abwechselung beging Marc Vogelmann kurz darauf einen Leichtsinnsfehler, den Dominik Cseri aber mit seinem Abschluss weit über den Kasten nicht nutzen konnte.

Davor allerdings hatte die Gastgeber den zweiten Nackenschlag ereilt. Der zuletzt immer besser werdende Maurice Grözinger musste mit einer schweren Leistenverletzung Samuel Schöner in die Kabine folgen (13.). Damit fehlte auf dem rechten Flügel viel Schnelligkeit und Darius Stehling war vorne zur Alleinunterhaltung gezwungen. Als Bastian Nagel auch noch drei Minuten mit einer Kopfverletzung liegen blieb, drohte nach einer halben Stunde der nächste Ausfall. Gott sei Dank konnte der Urlaubsrückkehrer zunächst benommen weiter machen. Vor dem Wechsel war es zweimal Moritz Krasser, der so etwas wie Gefahr für den Gast herauf beschwor. Sein Alleingang an der Grundlinie wurde zur Ecke geblockt (39.) und dann klatschte sein Schuss von der anderen Seite nur ans Außennetz (40.).

Im Gegenzug stand der VfL Kirchheim erneut vor der Führung, weil Max Hohmann ein klares Abseits übersah, Cseri gegen Vogelmann und Noah Wagner allerdings den Kürzeren zog. Die eigentlich beste Möglichkeit gab es für den Tabellendritten in der 43. Minute als ein Freistoß nähe Eckfahne von Bastian Nagel nur hauchdünn das lange Eck verfehlte. Alles hatte sich schon auf ein torloses Pausenergebnis eingestellt, da zog der kleine Samuel Bosler in der dritten Minute der Nachspielzeit aus 28 Metern urplötzlich ab. Der hinter Marc Vogelmann wie ein Stein herab fallende Hammer schlug zentral in den Maschen ein. Einen Vorwurf konnte man da dem Keeper kaum machen, zumal ein Torhüter immer zwei, drei Meter vor der Linie postiert sein muss.

Spieltechnisch bewegte sich der TSVN mit dem Aufstiegsfavoriten auf Augenhöhe, doch war die Forzano-Truppe insgesamt zu robust und abgeklärt, um den Hausherren irgendwelche Optionen zu eröffnen. Vor allem wenn Samuel Bosler in Ballbesitz war passierte bei den Gästen Gescheites und so war Matthias Wilhelm schon eine Minute nach Wiederbeginn gezwungen, gegen den Spielmacher die Sense auszupacken. Aus dem Freistoß an der Strafraumgrenze machte Michel Forzano aber wenig.

In der 63. Minute bestand Marc Vogelmann gegen Sascha Flegel erneut im direkten Duell, wobei Hohmann wiederum das Abseits übersah. Auch der eingewechselte Raphael Piskureck verzweifelte nach 74 Minuten am überragenden Neckartailfinger Schlussmann, der mit einer Prachtparade zur Ecke abwehren konnte. Die Partie wurde intensiver und vor allem Moritz Krasser und Darius Stehling bekamen mächtig was aufs „Holz“. Bestraft wurden die Kirchheimer dafür aber nicht. Im Gegenteil. Als Max Falter am Strafraum entschlossen klärte, sah er Gelb. Der unberechtigte Freistoß war danach eine weitere Vogelmann-Beute. Ammar Memic war es, der in der 81. Minute gegen den abziehenden Krasser gerade noch den Fuß dazwischen bringen konnte, ehe für Meksud Colic eigentlich das Spiel beendet hätte sein müssen. Bis auf die Tribüne war der Ellbogenschlag des Kirchheimers gegen Max Falter zu hören. Die Karte für den Übeltäter hatte danach die völlig falsche Farbe. Ähnliches passierte in der 90. Minute. Flughöhe 50 Zentimeter, Einschlag Kniekehle hießen die Daten bei Nick Strohmaiers rigorosem Einsatz gegen Darius Stehling. Erfüllungsgehilfe Strohmaiers bei dieser Aktion war Patrick Liebl und der Unparteiische dachte nicht mal dran wenigstens Gelb zu ziehen.

Für die von vielen Unterbrechungen geprägte Auseinandersetzung hatte Max Hohmann dann auch noch bloß 1.30 Minuten Nachspielzeit übrig. Ein Zuschauer: „Gegen Donzdorf und Rechberghausen lagen wir vorne und mussten sechs und sieben Minuten nachsitzen. Sind wir hinten, bekommen wir nur eine Minizugabe“. Freilich, ob es bei mehr Überstanden noch zum Ausgleich gereicht hätte, ist hypothetisch. Die VfL-Defensiv stand an diesem Tag zu sicher und ließ fast nichts zu. Die beiden Verletzten mussten mit Manuel Schneider und Bastian Nagel kompensiert werden und beide sind nach langer Verletzung beziehungsweise Urlaub noch nicht wieder ganz fit, das gleiche gilt vermehrt für den später gekommenen Benjamin Frimmel (Rücken). Einzig Max Falter befindet sich voll im Saft und stand nach seiner Einwechslung mit entschlossenen Einsätzen seinen Mann.

Zum Glück gibt es für den TSV keine englische Woche, denn am Tag der Deutschen Einheit am Donnerstag können die Wunden geleckt werden, ehe es das mit Spannung erwartete Treffen mit der SpV Nürtingen geben wird.

 

TSVN: Vogelmann, Schöner (13. Schneider), Krasser, Wagner, Glöckler (88. Frimmel), Matthias Wilhelm, Stehling, Sperl, Grözinger (21. Nagel), Schellander (70. Falter), Twardygrosz

VfL Kirchheim: Brenken, Strohmaier, Sternemann (86. Damanti), Memic, Cseri (60. Colic), Bosler, Liebl, Flegel (68. Hummel), Helber, Forzano (64. Piskureck), Dürr

Schiedsrichter: Max Hohmann (Ditzingen)

Zuschauer: 200

Tor: 0:1 (45.+3) Bosler

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