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Montag, 28 Oktober 2019 08:33

SGEH - TSVN I 3:6

Selbst ausgewiesene Optimisten hatten mit diesem Resultat in Erkenbrechtsweiler nie und nimmer gerechnet, zu groß waren nämlich wieder die Sorgen des Trainerteams vor diesem Derby...

Nicht dass der Truppe, die sich im Hardtwald der bislang so stark auftretenden SGEH entgegen stellen wollte, die Qualität abgesprochen worden wäre, aber sieben Totalausfälle sind normalerweise kaum zu verkraften. Erschwerend hinzu kam, dass der Großteil der Spieler mit Blessuren und Krankheiten in dieses Match ging. Alle Ein- und Auswechslungen erfolgten denn auch nicht aus taktischen Gründen, sondern waren Verletzungen geschuldet, wobei auch die Ersatzspieler beileibe nicht alle fit waren. Doch allen Widrigkeiten zum Trotz bot das letzte Aufgebot eine Vorstellung zum Zunge schnalzen und fegte die gewiss nicht schwach auftretende SGEH vom Platz.

Zunächst allerdings brauchte es wieder zweier Großtaten von Marc Vogelmann, dass der TSV nicht frühzeitig in Rückstand geriet. Gegen die allein auf ihn zu stürmenden Tim Kammerer (5.) und Kevin Rieke (16.) wehrte er sensationell ab. Zeigt Manuel Neuer solche Paraden spricht man von Weltklasse. Überhaupt hat sich „Birdy“ Vogelmann zu einem der besten Keeper der Bezirksliga entwickelt und da muss auch mal auf die Arbeit von Torwarttrainer Michael Tsipos hingewiesen werden.

Beim dritten Versuch der Hausherren war jedoch auch Vogelmann machtlos. Zum ersten und einzigen Mal in dieser Partie entwischte der flinke Marco Lude dem sein bestes Spiel seit langem machenden Philipp Wenzelburger, legte quer und Ingo Schäfer traf flach aus zwölf Metern (28.). Es war so etwas wie ein Wachmacher für die Gäste. Nach genau einer halben Stunde kam der aus seinem Sechzehner heraus stürmende Schlussmann Mohammad Tello gerade noch mit den Stollen an den Ball und traf dabei auch Darius Stehling. Der hervorragende Schiedsrichter Marvin Schwoon sah alles richtig und ließ weiter laufen. Millimeter hatten da zum Platzverweis für den Ex-Neckarhäuser gefehlt.

Die Grünweissen kamen immer besser in Fahrt, Ben Twardygrosz bediente nach Solo Stehling, dessen Linksschuss knapp vorbei flog (34.). Als der nun endgültig in die Spur gekommene Twardygrosz sechzig Sekunden später selbst SGEH-Keeper Tello zur Schwerstarbeit zwang, deutete sich an, dass bald was Zählbares folgen könnte. Und in der 38. Minute war es tatsächlich so weit. Der trotz Aduktorenproblemen eine prima Vorstellung abliefernde Noah Wagner zirkelte einen Freistoß so in den Sechzehner, wie das gemacht werden muss. Niemand kam an das Flugobjekt, das dann am Pfosten landete. Yannick Schellander setzte energisch nach, gewann den Pressschlag gegen den körperlich hoch überlegenen Mohammad Tello und stocherte im zweiten Versuch die Kugel über die Linie.

Die Gäste vom Aileswasen setzten sofort nach, ganz besonders Ben Twardygrosz. Markus Kronewitter agierte zu sorglos, der Ex-Frickenhäuser holte sich den Ball und jagte in eiskalt halbhoch ins Eck (39.). Zunächst hatte Kronewitter versucht den TSV-Angreifer per Textilbremse aufzuhalten, ließ dann aber wegen der drohenden roten Karte los. Es reichte aber nicht, den Vorsprung mit in die Kabine zu nehmen, denn mit dem letzten Angriff vor der Pause gelang der SGEH der Ausgleich. Tim Kammerer war auf rechts entwischt und wieder nutzte Ingo Schäfer dessen Zuspiel zum 2:2 (44.).

Der letzten Hausherren-Attacke im ersten Umlauf folgte die erste der Grünhemden nach Wiederbeginn und die war gleichbedeutend mit der neuerlichen Führung. Über Luis Guillen kam der Ball zu Ben Twardygrosz und mit dessen idealem Pass ging Darius Stehling ab. Der Linksschuss des Torjägers war von Tello nicht zu halten (46.). Es folgte die Zeit, in der das rasante Lokalduell auf des Messers Schneide stand – bis Max Sperl zuschlug. Der toll auftretende Youngster schloss seinen Alleingang mit einem satten Hammer aus 18 Metern ab und wieder hatte Tello nicht den Hauch einer Chance. Die TSV-Fans konnten es kaum fassen, was da passierte und durften in der 72. Minute erneut jubeln. Darius Stehling, der danach mit Krämpfen aufgeben musste, spielte den eingewechselten Manuel Schneider frei und der fetzte aus halblinker Position die Kugel flach in die Maschen.

Die Elf von Dieter Hiller steckte trotzdem nicht zurück und als Yannick Schellander den Ball aus dem Sechzehner spitzelte, zog Tim Kammerer durch und trat dem Neckartailfinger Dauerläufer unter die Sohle. Kammerer verletzte sich dabei und Marvin Schwoon zeigte nach kurzem Zögern etwas überraschend auf den Punkt. Markus Kronewitter verwandelte sicher (84.) zum 5:3 und man musste ob der SGEH-Kampfkraft kurzfristig nochmals Sorge haben. Die aber konnte schon zwei Minuten später wieder ad acta gelegt werden. Der aufsteigende Form zeigende Yannick Schellander marschierte von rechts in den Strafraum, legte mustergültig auf den anstürmenden Max Sperl zurück und dessen Geschoss aus 16 Metern zappelte erneut unhaltbar im langen Eck.

Damit war der fast unglaublich anmutende 6:3-Sieg eingefahren. Wie enorm wichtig dieser Dreier war, zeigten die anderen Ergebnisse an diesem Tag. Nach dem Tiefpunkt in Neuhausen und dem fast vergeigten 4:0-Vorsprung im Pokal, zeigte die Mannschaft von Alberto Guillen und Moritz Krasser eine kaum für möglich gehaltene Reaktion. Trotz der drei Gegentore stemmten sich die Innenverteidiger Matthias Wilhelm und Lars Glöckler dem gefährlichen Sturm der Älbler mit Macht entgegen und außen waren Noah Wagner und Philipp Wenzelburger eine Bank. Bis zu seinem verletzungsbedingten Ausscheiden war Benjamin Frimmel ebenfalls ein wichtiger Faktor. Der nun folgende spielfreie Sonntag wird der Mannschaft gut tun und dann zeigt sich vielleicht wieder mehr Licht am Ende des (Verletzungs-)Tunnels

 

SGEH: Tello, Marc Weger, Kronewitter, Rieke, Hakan Demir, Schäfer, Kuchenbecker (57. Göckeler), Lude, Kuhn (90.+1 Stapf), Kammerer (87. Laderer), Lenuzza

TSVN: Vogelmann, Frimmel (55. Schneider), Wagner, Glöckler, Luis Guillen, Matthias Wilhelm, Stehling (76. Roth), Sperl, Wenzelburger (74. Stumpe), Schellander, Twardygrsoz (90.+1 Bubeck)

Schiedsrichter: Marvin Schwoon (Stuttgart)

Zuschauer: 160

Tore: 1:0 (28.) Schäfer, 1:1 (38.) Schellander, 1:2 (39.) Twardygrosz, 2:2 (44.) Schäfer, 2:3 (46.) Stehling, 2:4 (68.) Sperl, 2:5 (72.) Schneider, 3:5 (84.) Kronewitter (Foulelfmeter), 3:6 (86.) Sperl

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